Die Preisträger des diesjährigen Staatspreises Universelles Design

Die Preisträger*innen 2020 stehen fest:

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Auslobung

Unternehmen

Preis:
OEKOGENO-SWH eG
Wohngebäude

Gemeinschaft, so wie sie in den früheren Dörfern gelebt wurde, ist unserer modernen Gesellschaft, insbesondere im urbanen Raum, über weite Strecken abhanden gekommen. Das ökologische Wohnprojekt mit 35 Wohnungen entsteht in Holzbauweise im Klostergarten Ilbenstadt und stellt die Gemeinschaft wieder in den Mittelpunkt. Gebaut wird nach neuestem technischen Standard, sozial, nachhaltig und fair. Für die Bewohner stehen zudem Car Sharing, Stromtankstellen, Gemeinschaftsräume, Stadtteiltreff, ein Regionalladen und umfangreiche Nutzgärten zur Verfügung. Besonders die Selbstversorgung mit Obst und Gemüse schafft Identifikation und Zusammenhalt. Das gesamte Bauprojekt ist darauf ausgerichtet, dass Ökologie und Soziales, alt und neu, Tradition und Digitalität miteinander vernetzt sind.

Auftraggeber: OEKOGENO Genossenschaft // www.oekogeno.de
Design: GIES ARCHITEKTEN BDA // www.giesarchitekten.de
 

Preisträger Reiner Schüle und Joachim Bettinger mit Gewinnerurkunde
Preis Unternehmen // OEKOGENO -SWH eG

Anerkennung:
CLEARTECT

Persönliche Schutzausrüstung (Visier)

CLEARTECT ist ein transparenter Gesichtsschild, der nicht nur Mund und Nase bedeckt, sondern auch die Augenschleimhäute schützt. Der Schild bietet insbesondere gegen per Tröpfchen übertragene Infektionskeime wie Covid-19 einen erhöhten Eigen- und Fremdschutz. Durch die spezielle Form wird anströmende – potenziell kontaminierte – Luft am Mund-Nase-Bereich vorbeigeleitet, wodurch die Person, die das Visier trägt, geschützt wird. Für den Fremdschutz bewirkt die anatomisch angepasste Form eine Umleitung der ausgeatmeten Luft in Richtung Träger/In. Im Vergleich zu üblichen Flachfolien-Visieren bietet CLEARTECT auch Schutz gegen seitlich einströmende Luft. Zudem ist der Schild oben geschlossen, um das Eindringen fallender Tröpfchen zu verhindern. Das Visier ist mit weniger als 100 g besonders leicht und kann durch ein offenes Klettband am Kopf einfach und komfortabel fixiert werden. CLEARTECT ist gemäß PSAV EU-zertifiziert und bietet auch erhöhten mechanischen Schutz.

Hersteller: iO Interdisziplinäre Objekte // www.io-objekte.de
Design: IRED | Institute for Recycling, Ecology & Design; Frédéric Kreutzer; Werner Lorke // www.ired-institute.com
 

Auszeichnung Hessischer Staatspreis Universelles Design 2020
Anerkennung Unternehmen - CLEARTECT // Ein transparentes Gesichtsschild mit hohem Tragekomfort, das nicht nur Mund und Nase bedeckt, sondern auch Augenschleimhäute schützt.

Anerkennung:
ZAMADI Kaffee

Corporate Identity

ZAMADI ist ein neuer Bio Kaffee, der das Thema Behinderung und Achtsamkeit im Kern integriert, denn der Kaffee wird von Menschen mit Behinderung hergestellt – und das in handwerklicher Tradition mit größter Sorgfalt und Hingabe. Wenn Einrichtungen für Behinderte etwas produzieren, wird beim Verkauf die eigene Identität oft nicht an die große Glocke gehängt. Vielleicht, weil solche Produkte in der Gesellschaft oftmals als minderwertig betrachtet werden. ZAMADI Kaffee geht einen anderen Weg und kommuniziert offen und wie selbstverständlich, wer für den feinaromatischen Demeter-Kaffee verantwortlich ist, der in Kehna in einer der ältesten Bio-Röstereien in Hessen hergestellt wird und von den Kunden sehr geschätzt wird. In Khena leben Menschen mit und ohne Behinderung in einer dorfähnlichen Gemeinschaft, in der nicht nur eine umweltfreundliche Lebensweise, sondern auch das Thema Inklusion eine wesentliche Rolle spielt.

Hersteller: Hofgemeinschaft für heilende Arbeit e.V. Gemeinschaft in Kehna // www.in-kehna.
Design: YOOL GmbH & Co. KG Werbeagentur für Nachhaltigkeit // www.yool.de
 

Anerkennung "Unternehmen" für ein Produkt der ältesten Kafferösterei in Hessen von Mneschen mit Behinderung
Anerkennung Unternehmen - ZAMADI Kaffee // Image Kampagne eines Bio Kaffees, der in einer der ältesten Bio-Röstereien in Hessen hergestellt wird. In Kehnda leben Menschen mit und ohne Behinderung in einer Dorfgemeinschaft.

Nachwuchs Digital

1. Preis:
Eye Build It Creator

Medical, Physio & EMS

Der »Eye Build It Creator« ist ein Kreativprogramm, mit dem sich allein durch Blicke bzw. Augenbewegung virtuelle grafische Bauklötze zu den verschiedensten Objekten kombinieren lassen. Dank 3D-Druck-Schnittstelle ist es möglich, die gebauten Objekte sogar in einer Vielzahl von Materialien auszudrucken. Von Anfang an wurde das Programm im gesamten User Interface Design universell konzipiert. Damit ist es nicht nur für Menschen mit schweren körperlichen Beeinträchtigungen geeignet, sondern kann auch effektiv von Menschen ohne Beeinträchtigung genutzt werden, wodurch eine echte inklusive Gemeinschaft entstehen kann.

Hochschule: Hochschule Trier
Design: Adrian Wegener // www.eye-build-it.com
 

Preisträger Adrian Wegener mit Gewinnerukunde
1. Preis Nachwuchs Digitales // Adrian Wegener

2. Preis:
fluuit
App

Millionen Erwachsene in Deutschland können nicht oder nur schlecht lesen, was oft eine Folge von Legasthenie ist. Da neben den klassischen Printmedien im Zuge des digitalen Wandels vor allem das Lesen zunehmend an Relevanz gewinnt und als Mittel zur gesellschaftlichen Partizipation genutzt wird, sind Betroffene oft benachteiligt. Dabei ist Legasthenie durch kontinuierliches Üben therapierbar. »fluuit« ist eine App, die Erwachsene anregen soll, mehr zu lesen und dadurch zu trainieren. Dabei setzt die App auf zwei Motivationsfaktoren: Das Erleichtern des Lesens durch die gestalterische Anpassung digitaler Texte sowie das Schaffen von Erfolgsmomenten, wobei der Aspekt der Gamification eine wichtige Rolle spielt. Dies führt zu einer Erleichterung des Lesens und schafft einen barrierefreien Zugang zu Lesemedien. Unterstützend dazu, nimmt die neuartige Textnavigation die Angst vor langen Texten und bietet somit einen weiteren Mehrwert zu vorhandenen Lösungen.

Hochschule: Fachhochschule Münster
Design: Leonie Schäffer // www.leonieschaeffer.de

Auszeichnung Hessischer Staatspreis Universelles Design 2020
2. Preis Nachwuchs Digitales – fluuit // Eine vorbildlich gestaltete und durchdachte App, die die Bedürfnisse von Legasthenikern konsequent berücksichtigt und motivierende Erfolgsmomente schafft.

3. Preis:
Little Voice

Installation

»Little Voice« ermöglicht eine sinnlich-allumfassende Brain-To-Computer (BCI) beziehungsweise direkte Brain-To-Brain-Kommunikation. Mithilfe von EEG wird die Gehirnaktivität einer Person gemessen, auf eine Frequenz reduziert, durch Virtual Reality visuell, haptisch und auditiv übersetzt und so für den Rezipienten erfahrbar gemacht. Das Konzept stellt die Frage nach der universellsten Form der Kommunikation. So untersucht das Projekt, ob BCI-Technologie eine Möglichkeit der Interaktion sein kann, die jeden Menschen einbezieht und inwieweit sich der digitale Raum nutzen lässt, um kommunikative Barrieren der realen Welt zu durchbrechen.

Hochschule: Fachhochschule Potsdam
Design: Aaron Schwerdtfeger, Paul Nelson Morat; Mathieu Josserand; Jacqueline Butzinger // aaron.schwerdtfeger@fh-potsdam.de; paul.morat@fh-potsdam.de; mathieu.josserand.mj@gmail.com; jacqueline.butzinger@gmail.com
 

Auszeichnungen Hessischer Staatspreis Universelles Design 2020
3. Preis Nachwuchs Digitales – Little Voice // Ein Projekt, das auf beeindruckende Weise zeigt, wie mit kommunikativen Barrieren in der realen Welt, im digitalen Raum umgegangen werden kann.

Nachwuchs

1. Preis:
FIRST AID GLOVES

Erste Hilfe Handschuhe

In zu vielen Unfallsituationen in Deutschland wird viel zu selten Erste Hilfe geleistet. Gründe dafür sind mangelndes oder vergessenes Wissen, fehlende Übung, aber auch die Angst, einen Fremden zu berühren. Die Erste Hilfe ist jedoch oft entscheidend für das Überleben der Verunglückten. Die bedruckten medizinischen Latexhandschuhe schützen nicht nur den Ersthelfer, sondern unterstützen ihn mittels international verständlicher Piktogramme dabei, die Erste-Hilfe-Maßnahmen richtig durchzuführen. Beide FIRST AID GLOVES sind mit einem großen »L« für Links und einem »R« für Rechts versehen, was in hektischen Notfallsituationen eine Fehlverwendung vermeiden soll. Auf der linken Hand befindet sich eine Checkliste, die zuerst absolviert werden muss. Auf der rechten sieht man die Anleitung zur Durchführung der Thorax-Kompression.

Hochschule: Universität der Künste Berlin
Design: Anna Koppmann // www.annakoppmann.eu
 

Preisträgerin Anna Koppmann mit der Gewinnerurkunde
1. Preis Nachwuchs // Anna Koppmann

2. Preis:
CIMO - die modulare Citytram

Straßenbahn

Die Straßenbahn »CIMO« verbindet Personen- und Güterverkehr in einem modularen Fahrzeugkonzept, das formal, funktional und technisch auf einen zeitgemäßen Stand gebracht wird. Vor allem aber zeigt es, wie der ÖPNV in einer nachhaltigen Stadt der Zukunft ohne motorisierten Individualverkehr funktionieren und barrierefrei ausgebaut werden kann. Das innovative Innenraumkonzept der Straßenbahn bietet hierfür sowohl Fahrgast- als auch Mehrzweckabteile und erleichtert den sicheren und barrierefreien Transport von Fahrrädern, Kinderwagen oder Rollstühlen. Hinzu kommen neugedachte Sitz- und Stehplatzanordnungen sowie der Einbezug von Augmented Reality für Fahrpersonal und Fahrgäste.

Hochschule: Folkwang Universität der Künste
Design: Daniel Rauch // www.studiorauch.de

Preisträger Daniel Rauch mit Gewinnerurkunde
2. Preis Nachwuchs // Daniel Rauch


3. Preis:
Dipen - "Stempeln statt Spritzen!"
Injektionspen für insulinpflichtige Kinder

Das innovative Injektionsset »Dipen« nimmt Kindern mit Diabetes die Angst vor der notwendigen Injektionsnadel, macht sogar Spaß und fördert so die tägliche Anwendung und das Selbstmanagement. Das Besondere bei »Dipen« ist, dass die feine Nadel unsichtbar in einen stiftähnlichen Stempel mit farbigen Motiven, wie einem Stern, einem Baum o.ä., integriert wurde. Das Kind drückt sich den Stempel spielerisch auf, was zugleich die Injektionsfunktion auslöst. Zurück auf der Haut bleibt das Stempelmotiv, das zugleich zeigt, wo bereits gestochen wurde. Ganz ohne App sehen hierdurch die Eltern bzw. die Betreuer, ob das Kind schon injiziert hat oder nicht. Die ergonomische Form des Griffs macht die Nutzung noch komfortabler. »Dipen« ist einfach und intuitiv verständlich und kann auch von Erwachsenen, insbesondere älteren Menschen genutzt werden. Und natürlich funktioniert »Dipen« auch ohne, dass ein Stempel zurückbleibt.

Hochschule: University of Applied Sciences Berlin
Design: Cong Hieu Vu // conghieu.vu@gmx.de
 

Preisträger Cong Hieu Vu mit Gewinnerurkunde
3. Preis Nachwuchs // Cong Hieu Vu

Anerkennung:
alphabetum tactus

Dreidimensionales Alphabet

»alphabetum tactus« ist ein dreidimensionales Alphabet, das sich durch Berührung mit der Hand erfühlen lässt. Damit wird es zu einem spielerischen Medium, um mit Menschen, die taubblind sind, zu kommunizieren. Berührung ist unsere erste Sprache, der erste Sinn, den wir erwerben. Sie ist unsere stille Schnittstelle zur materiellen Welt. Berührung ist die dritte Dimension der Oberfläche, die zu unseren Emotionen spricht. Und doch spielt der Tastsinn im Vergleich zum Sehen und Hören bei den meisten Menschen im Alltag eine untergeordnete, höchstens ergänzende Rolle. Ganz anders bei taubblinden Menschen. Ihnen bleiben zur Kommunikation nur berührungsbasierte Prozesse und Systeme, von der Rechtschreibung der Finger bis zur Erkundung von Objekten mit ihren Händen oder Füßen. Einige verwenden auch eine Grammatik der Berührung, die Druck, Position, Geschwindigkeit, Handform und Bewegung umfasst.

Hochschule: Universität der Künste Berlin
Design: Patrick Palčić // www.patrickpalcic.com
 

Preisträger Patrick Palčić mit Gewinnerurkunde
Anerkennung Nachwuchs // Patrick Palčić

Anerkennung:
Rückzugs- und Quarantäneräume für Menschen in Notfallsituationen

Zelte & Möbel

In Notfallsituationen entstehen oft temporäre Sammelunterkünfte, z. B. in Turnhallen oder großen Sälen, in denen betroffene Menschen auf engstem Raum leben müssen. In den provisorischen Unterkünften herrscht nicht selten ein Mangel an Hygienemöglichkeiten und Komfort, von Privatsphäre ganz zu schweigen. Die modular konfigurierbaren Rückzugsräume geben eine Antwort auf genau diese Problematik. Zugleich lassen sie sich schnell und einfach auf- und abbauen.

Hochschule: Otto von Guericke Universität Magdeburg
Design: Amir Reza Ameli // www.amirrezaameli.wixsite.com/design
 

Nachwuchs Anerkennung Amir Reza Ameli mit Urkunde
Nachwuchs Anerkennung // Amir Reza Ameli

Anerkennung:
Splint

Medizinisches Hilfsmittel / Orthese

Hinter dem Namen »Splint« verbirgt sich eine innovative Orthese, die an den Fingern getragen wird. Entwickelt wurde das medizinische Produkt für Menschen, die an EDS leiden, einem Gendefekt, der Hypermobilität zur Folge hat. Das Besondere an Splint ist, dass es sich – anders als herkömmliche Produkte, die eher unsichtbar sein wollen – als eleganter Schmuck präsentiert, der im Grunde für jedermann geeignet ist. So fühlen sich betroffene Menschen, die das Produkt tragen, weniger stigmatisiert. Für noch mehr Individualität stehen verschiedene Farben, Formen und dekorative Elemente zur Auswahl. So kann man sich mit dem »Schmuck« noch mehr identifizieren.

Hochschule: Hochschule Pforzheim
Design: Sandra Kickstein // www.atelierki.de
 

Preisträgerin Sandra Kickstein mit Gewinnerurkunde
Anerkennung Nachwuchs // Sandra Kickstein

Anerkennung:
exclusive design
Aufklärungskampagne

Das Projekt »exclusive design« ist der Versuch, Aufklärung darüber zu betreiben, was inklusives Design ausmacht. Hierzu gehört zum einen eine Installation aus fünf Monobloc-Plastikstühlen, von denen jeder so manipuliert wurde, dass der vermeintlich für alle passende Stuhl, das Sitzen fast unmöglich macht. So erzeugen die Stühle auf verschiedene Weise das Gefühl, körperlich beeinträchtigt zu sein. Zum anderen entstand eine gebundene Sammlung von Alltagsgegenständen, die demonstriert, dass selbst kleinste Veränderungen am Produkt ausreichen, es partizipativer, zugänglicher und inklusiver zu machen. Bereits das bloße Betrachten alltäglicher Objekte unter dem Aspekt der Inklusion reicht oft aus, um Gestaltungspotenziale zu erkennen. So wird die Sammlung, neben der Kritik an der Gegenwart, vor allem ein zuversichtlicher Ausblick auf eine inklusive Umwelt.

Hochschule: Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Design: Gina Hartig; Martha Sophie Kikowatz // ginahartig@ymail.com; sophiekikowatz@gmail.com
 

Nachwuchs Anerkennung Gina Hartig und Martha Sophie Kikowatz mit Urkunde
Anerkennung Nachwuchs // Gina Hartig, Martha Sophie Kikowatz

Anerkennung:
Dreibein

Universeller Gehstock

»Dreibein« ist ein moderner Gehstock für ältere und körperlich eingeschränkte Menschen, der zu mehr Mobilität und Selbstbestimmung im Alltag verhilft. Dabei dient der innovative, integrierte Treppenhebel als mobile Unterstützung beim Treppensteigen und gibt Sicherheit. Ein weiteres Feature ist die Selbststehfunktion. Auf Knopfdruck klappen zwei Standbeine aus, wodurch die Gehhilfe zum Dreibein wird. Die spezielle Geometrie des Griffs bietet zusätzlich die Möglichkeit zur Aufhängung an Möbelkanten und Profilen. Das Produkt gibt es in verschiedenen Größen und Farbkombinationen und wird dadurch verschiedenen Zielgruppen gerecht. Gestaltet nach den Prinzipien des Universal Designs will »Dreibein« durch seine formalästhetische Ausarbeitung zusätzlich die Akzeptanz von Gehhilfen im Alltag erhöhen.

Hochschule: Hochschule Darmstadt
Design: Helena Kiefer // www.behance.net/helenakiefe689
 

Preisträgerin Helena Kiefer mit Gewinnerurkunde
Anerkennung Nachwuchs // Helena Kiefer

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HSUD2020_Dokumentation

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